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heit verehrt, meine alte, liebe, liebe Helferin, meine Retterin!“ ſprach Hermann zur Aebtiſſin.
Mathilde hatte ſich zu ihrem Oheim geflüchtet, auf deſſen Schulter ihr Antlitz lehnend, um ihren Thraͤ⸗ nen dort freien Lauf zu laſſen.
Der alte Graf, von den zwei Gruppen, die ſich vor ihm gebildet, einige Schritte fern, ſtand hoch und ruhig da, ſeine Würde vollkommen behauptend.
Barbara näherte ſich ihm:„Zürneſt Du mir, Ulrich?“
„Im Gegentheil, Schweſter; auch ich habe Dir zu danken. Du haſt dem Blinden den Staar geſto⸗ chen; ich fange wieder an zu ſehen. Nur geht's noch ſchwach; das neue Licht blendet noch. Vielleicht bin ich ſpäterhin ſtark genug, ſeine Strahlen zu vertra⸗ gen. Fürs erſte will ich mich in meine Dunkelheit zurückziehen.“*
Er machte Miene den Saal zu verlaſſen— Hermann warf ſich* ſeinen Füßen:„Auf meinen Knieen, Vater, beſchwör' ich Sie, ſcheiden Sie nicht im Grolle! Zerſtören Sie nicht Ihr eigenes Werk, indem Sie mir das Glück rauben, deſſen ich nur froh werden kann, wenn die Huld des Mannes mir lächelt, der mich zu ſeinem Nachfolger hierher berief. Dieſen Fluren entwachſen, entfremdet ſah ich ſie
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