226
„Meine Briefe!“ jubelte Hermann und erfaßte einen davon, und las:„Jungfräulich Kind! Blume unter Blumen! Engelbild von grünen Blättern um⸗ kränzt! Sei, wer Du willſt, nie wird aus meiner Seele die Hoffnung weichen, daß Du geboren wur⸗ deſt, mein zu ſein! Daß ich Dich einſt erringe, ſei's mit dem Schwert' in der Hand? Sei's mit einer Blume, lieblich gleich Dir!““
Die Stjernholm hatte ein anderes Blättchen ergriffen. Mathilde wollt' es ihr entreißen. Doch die beiden Tanten, Johanna und Barbara, hielten ihr die Hände und ihre Mutter las:„Unbekannter junger Krieger! Der Du mit ernſten, ſanften Augen nach mir blickeſt; ſo ſtolz und ſo beſcheiden. Sei, wer Du magſt, nach Deinem Namen frag; ich nicht. Doch ich weiß, denn Gottes Stimme ſagt es mir, Du begegneſt mir wieder; hier oder dort? Im Him⸗ mel, oder auf Erden? Ich bin Dein ℳ—
Und als ſie es geleſen, ſetze ſie freudig hinzu: „Tante Barbara hat richtig gecehen; o Gott, wie war ich verblendet!“
„Das iſt der Lieutenant aus der Reſidenz?“ ſagten Onkel Hanns und Tante Johanna.
„Der Ihre Ankunft ſegnet— und Deine Weis⸗


