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gern hätt' ich's ihm erſpart. Doch mich zwang die äußerſte Noth, mein letztes auf eine Karte zu ſetzen. Auch dieſe ſchlug fehl— und da bin ich nun, eine gänzlich Verarmte, an Eure Thüre zu klopfen, und zu fragen, ob Ihr mich aufnehmen mögt?“
Mathilde erwiederte nichts; ihre Augen floſſen von Thränen über.
Frau Johanna befand ſich offenbar in lebhaf⸗ ten Zweifeln, ob ſie ihrer Schwägerin Aeußerun⸗ gen für Ernſt halten dürfe? denn die Stjernholm ſah ſo ſchön und vornehm aus, wie jemals in ihren glänzendſten Tagen, und ihre Reiſetoilette wies eher auf eine Prinzeſſin, als auf eine Nahrung und Ob⸗ dach Erbittende hin. Doch genügte der lebensklugen Gattin des Baron Schmalkow ein prüfender Blick auf die Kutſche des kleinſtädtiſchen Poſthalters, in und auf welcher kein Kammermädchen und kein Livreediener zu entdecken war. Einen deutlicheren Be⸗ weis für ihrer Schwägerin Aufrichtigkeit konnte es nicht geben. Sie mußte in Wahrheit ſehr herunter ſein, um ſo zu reiſen!
„Mein Mann,“ entgegnete Frau Johanna, „kann ſeiner Schweſter nicht zürnen. Es hat ihm wehgethan, daß bei Aufkündigung des Kapitals gegen ihn wie gegen einen Fremden ſchonungs⸗


