Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſie in anderen Verhältniſſen unfehlbar ſich verbeten haben würde.

Mehrmals fühlte Eichengrün ſich verſucht, den dreiſten Herrn zu befragen:Haben meine Dukaten zur Reiſe hierher ausgereicht? oder haben Sie ſich anderswo noch Kredit zu erſchwindeln gewußt? Er bildete ſich eine ſolche Frage, um ſie möglichſt ge⸗ drungen und ſchlagend zu ſtellen, förmlich im Kopfe aus. Doch als er endlich ſo weit im Reinen damit war, ſie wohlſtyliſirt herauszulaſſen, beſann er ſich noch zu rechter Zeit, wer Er ſei und mit wem er es zu thun habe!Noblesse oblige, mur⸗ melte er, und miſchte ſich wieder, ſo gut es gelingen mochte, ins Geſpräch. Er wurde allgemach ſo weit Herr über ſich, daß er keinen Verdruß mehr zeigte.

Ein drohendes Gewitter zwang ſie, auf den Rückweg zu denken. Eichengrün, mit allen Wald⸗ ſteigen bekannt, ward ihr Führer.

Sie verdoppelten ihre Schritte, doch vor der Thür des Glasſchleifers wurden ſie ſchon naß.

In dieſem Wetter, meine Herren, können Sie nicht fortgehen. Wollen Sie bei mir Thee trinken? fragte die Baronin.

Ich habe nur einen Sprung nach Hauſe,