Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſagung vor, ſprach von großen Summen, edelmüthi⸗ gen Unterſtützungen, Befreiung aus Nahrungsſorgen, ewiger Dankbarkeit, himmliſcher Vergeltung, göttli⸗ chem Segen... und Graf Heide, um die günſtige Wirkung, die er in der Baronin Mienen las, nicht zu verſcheuchen, nahm es hin, wie wenn es ihm ge⸗ bührte.Warum ſoll ich, dachte er,einen Irrthum berichtigen, der mir ſo ſchön zuſtatten kommt? Und laut fügte er bei:Nicht der Rede werth, mein armer Paſtor! Ich gebe gern, Sie wiſſen's ja! Näch⸗ ſtens mehr Wohl zu bekommen!

Der Baronin reichte er den Arm, zog ſie faſt gewaltſam weiter und wiederholte mehrmals:

Wohlthun mag recht ſüß ſein; aber ſolche Reden anhören müſſen, iſt bitter.

Wie ſie den Grafen Eichengrün im Walde er⸗ reichten, ſah dieſer mit bangem Erſtaunen, welche Fortſchritte ſein Gläubiger binnen einigen Minuten in der Baronin Gunſt gemacht habe. Daß ſein den Paſtorsleuten dargebotenes Geſchenk die Veran⸗ laſſung ſein könne, davon hatte er keine Ahnung. In dem Grade, wie er ſtiller, düſterer wurde, zeigte ſich Graf Heide vorlaut, dreiſt, beinahe unverſchämt. Und ſie ſchien Wohlgefallen daran zu finden, belachte plumpe Scherze, überſah ſogar Vertraulichkeiten, die