Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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die Gewißheit hatte, ſie verderbe ſich ihr Spiel nicht, ließ ſie ſich ungehindert gehen, empfing den Fremden mit allen Ehren und pries den glücklichen Zufall, der ihr dieſe angenehme Bekanntſchaft gebracht. Was wußte ſie, zum erſtenmale in dieſer Provinz, vom Grafen Heide? Nichts weiter, als was ſie ſah. Und das war ja genug, um ſie wünſchen zu machen, er auch möge ein épouseur ſein, wenn vielleicht nur halb ſo reich wie Eichengrün, doch gewiß nur halb ſo alt, als dieſer! Zugleich mußte der abermals Zögernde, Hinausſchiebende beſtraft werden für ſein ſchmäh⸗ liches Verſtummen in ſolch entſcheidender Situation. Dieſe Strafe lag in abſichtlich geweckter Eiferſucht. Darauf wurde hingearbeitet.

Die Aufgabe bot keine Schwierigkeiten. Und Graf Heide arbeitete treulich mit. Ihm fiel nicht im entfernteſten ein, daß ſeine Dazwiſchenkunft ernſte Abſichten und Lebenspläne zerſtöre. Er hielt ſeinen Nebenbuhler für der BaroninCourmacher über die Saiſon und meinte mindeſtens ebenſoviel Anrecht auf ſolche Charge zu haben.

Dame Stijernholm beſaß zu richtigen Takt und feinen Sinn, um unbeachtet zu laſſen, daß die unmit⸗ telbare Nähe dreier gegen einander wirkender Per⸗ ſonen, im beengenden Raume ihres improviſirten