Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Salons, niederdrückend wirke und freieren Künſten der Koketterie hinderlich ſei. Sie brachte einen Spa⸗ ziergang in Vorſchlag. Und obgleich der Nachmittag trübe, die Luft ſchwül und regendrohend, Graf Heide ein fauler Fußgänger war, fügte er ſich doch; umſo lieber vielleicht, weil er die Abſicht der Ba⸗ ronin errieth.

Die inneren Promenaden ſtanden leer, wie ſtets um dieſe Stunden. Nur wenige, voereinzelte Bade⸗

gäſte aus der zweiten oder letzten Klaſſe ſtießen ihnen

auf, die dem durch einen unbekannten Dritten be⸗ gleiteten Paare neugierig nachguckten. Vor ihrem kleinen Hüttlein ſaßen auch die Paſtorsleute. Daß die Paſtorin an das Geſchenk ihres Gutsherrn nicht geglaubt und ſich nur dem Grafen Eichengrün ver⸗ pflichtet gehalten hatte, erwähnten wir bereits. An⸗ ders der Paſtor, der ſich nicht ausreden ließ, im Heiden könne ein beſſerer, chriſtlicher Sinn erwacht ſein? Wie er dieſen nun den ſchmalen Pfad zwiſchen zwei Zäunen einherwandeln ſah, der ihn dicht an ihrem Sitze vorüberführen mußte, und noch dazu in Geſellſchaft des eichenauer Erzellenzherrn, da be⸗ ſchloß der kränkliche, rechthaberiſche Mann, ſich in dieſer dunklen Sache Licht zu verſchaffen.

Nun geſchah etwas ganz abſonderliches. Graf