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wie die Baronin ließen dieß deutlich merken, denn ſie blieben ſitzen, wie ſie ſaßen und ſtaunten den Eintretenden ſchweigend an. Dieſen dagegen hatte ſeine Frechheit verlaſſen bei dem Anblick, der ihm hier wurde, und auch er ſtand ſtumm und ſtarr. Eben in Stahlbrunn angelangt, am Salon vorge⸗ fahren, hatte er einen Kellner nach Seiner Erzellenz befragt, und der, um ſich ein Späßchen zu machen, hatte den Fremden in des Glasſchleifers Haus ge⸗ wieſen, wo jener beſtimmt zu finden ſei.
Graf Heide, feſt überzeugt, dort wohne ſein eichenauer Gönner und Goldmann, hatte die Equi⸗ page ins Gaſthaus entſendet, war ſtehenden Fußes zum Glasſchleifer und dort in den oberen Stock ge⸗ drungen, wo er in Graf Eichengrün's Wohnung zu ſein wähnte!
Wie mußt' es ihn verblüffen, dort, auf dem Sopha des Witwers, eine Dame zu erblicken von dieſer Schönheit, dieſer gebicteriſchen Hoheit, dieſer vor⸗ nehmen Haltung, dieſer imponirenden Würde? Er brachte nichts heraus, als:„pardon, Erzellenz, ich derangire... 2
„Mich haben Sie nicht um Entſchuldigung zu bitten, Graf Heide; Sie befinden ſich bei Baronin Stjernholm!“
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