Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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So ſind drei Tage hingeſchlichen, für beide Theile drückend, ſchwül.

Heute hat ſie ſich entſchloſſen, ein Ende zu finden. Sie nimmt einen Anlauf, zärtlich, hingebend zu ſein. Es gelingt ihr ſo weit, daß ſie ſich faſt überredet, Graf Eichengrün Vater könne die Lücke in ihrem Herzen ausfüllen, die Hermann's Verluſt ihr gelaſſen. Sie zwingt ſich, den alten Mann für einen Jüngling zu nehmen. Sie findet wirkliche und ein⸗ gebildete Aehnlichkeiten heraus. Sie lauſcht dem Klange ſeiner Stimme, und macht ſich weiß, es ſei Hermann, der mit ihr rede. Sie verſetzt ſich künſt⸗ lich in jene Tage zurück, wo ſie in Liebe für den Undankbaren lebte, kämpfte, litt und trotzig ent⸗ ſagte. Sie vergißt auf einen Augenblick, daß ſie nicht den Grafen Ulrich, nein, daß ſie Eichenau zu erobern, nach Stahlbrunn kam. Dieſer Augen⸗ blick genügt dem Grafen. Jetzt glaubt er, daß er um ſeinetwillen geliebt ſei. Und er hebt an ſchon ſind Einleitungen zum Heiratsantrag über ſeine Lippen geglitten...(ich hab' ihn, denkt die Ba⸗ ronin) da poltert's heftig herein und der hundert Dukaten⸗Mann ſteht vor ihnen.

Eine unwillkommenere Störung konnt es eigent⸗ lich in dieſem Augenblicke nicht geben, und der Graf