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zarte Weiſe unterſtützt, und ſich dadurch ihre Dank⸗ barkeit gewonnen, ſo würde dieſe ihm nicht zugetra⸗ gen haben, was die Baronin und wie ſie ſich über ſein Wegbleiben geäußert. Hätte er dieſe Aeußerung nicht erfahren, ſo würde er nicht gethan haben, was wir jetzt erzählen wollen, und was wir als einen inkonſequenten, übereilten Schritt erkennen; was man im gewöhnlichen Leben einen ‚dummen Streich“ nennt. Hätte er aber dieſen dummen Streich nicht begangen, ſo wäre er der Baronin nicht aufs neue näher ge⸗ treten. Folglich wäre es nicht zur Entſcheidung ge⸗ kommen; folglich hätte er ſeine folternde Unſchlüſſig⸗ keit, wie er ſie nach Stahlbrunn mitgebracht, nach Eichenau wieder zurückgeſchleppt. Und dann.... doch ich muß abbrechen, ſonſt bring' ich meinen gan⸗ zen dritten Band ſchon ins letzte Kapitel des zwei⸗ ten. Und das geht ja nicht.
Die Paſtorin hatte allerdings gehört, was Ba⸗ ronin Stjernholm geſprochen; aber nur aus der Ferne, denn ſie vermied gern jenen Kreiſen näher zu kom⸗ men; achtete wohl auch nicht auf deren Geſchwätz. Dießmal ſchärfte des Grafen Name ihre Aufmerk⸗ ſamkeit, und ohne den ihn betreffenden Satz entſtel⸗ len zu wollen, gab ſie ihn doch ungleich ſchärfer klingend wieder, als er urſprünglich gemeint geweſen. 1857. XV. Noblesse oblige. II. 20


