Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

von der Jagd heimkommt. Ich erwarte Deine Mit⸗ theilungen. Ohne Zweifel betreffen ſie Theodor.

Dieß alles war ſchon im gehen geſagt worden. Barbara bat ihren Bruder, ſchweigen zu dürfen, bis ſie beide allein in ihren Räumen wären. Am Vor⸗ zimmer ſtand Lobeſam, der ſich entſchuldigen wollte.

Schon gut, lächelte die Tante.

Halt's Maul, ſchalt der Graf.

Bruder und Schweſter zogen ſich in Barbara's Schlafgemach zurück, weil draußen Chriſtiane und Nik⸗ las mit Eifer daran arbeiteten, Mobilien verſchie⸗ denſter Gattung in den ſeit einem halben Jahrhundert unerſchütterten Beſitz ihrer Rechte zu bringen.Sonſt bild' ich mir ein, wir wären gar nicht in Eichenau? äußerte Chriſtiane ſo laut, daß es der Graf noch hören mußte.

Du haſt Briefe, begann dieſer, nachdem er die Thüre hinter ſich geſchloſſen;ſind entſcheidende Ver⸗ änderungen in Theodor's Krankheit eingetreten?

Die Oberſthofmeiſterin hat mit ſeinen Aerzten geredet. Beide ſtimmen überein, daß er den Geſetzen ihrer Wiſſenſchaft zufolge ſchon geſtorben ſein müßte. Aber nichtsdeſtoweniger ſpottet ſeine zähe Natur ihrer Vorausſagungen ſtets wieder aufs neue. Doch, daß er den Winter überlebe, erklären ſie für unmög⸗ 1857. XV. Noblesse oblige II. 2

*