men. Zur zweiten Beſichtigung dürften Sie keine Gelegenheit finden.“
„Zweiſle ich doch, daß ich Sie ſuchen werde? Ich bin nicht lüſtern danach, den naiven Landmann vorzuſtellen, der vor der Bude des Wunderdoktors ein Elirir verſchlucken, und deſſen Wirkungen anprei⸗ ſen muß, um den Zuſpruch zu vermehren.“
„Und ich bin Ihrer Impertinenzen müde. Ihr Bruder legt ſchlechte Ehre ein mit Ihrer Erziehung. Ich will mich bei ihm über Sie beſchweren.“
„Und ich will niemandem das Recht mehr zu⸗ geſtehen, Beſchwerden über mich entgegenzunehmen. Ich bin mündig geworden, in mir ſelbſt, in meinem Wollen und fernerem Handeln durch den Schritt, den ich über dieſe Schwelle gethan. Von heute an folg' ich nur noch meinen Eingebungen, entſtehe daraus, was immer wolle! Der Weg, den ich jetzt einſchlage, ſoll es beweiſen.“
„Viel Glück,“ ſprach die Baronin, und drehte ihm den Rücken, um ſich in ihr Schlafgemach zu begeben.
Hermann rntfernte ſich erſt, nachdem er eine Minute allein zurückgeblieben. Hatte er darauf ge⸗ rechnet, ſie würde noch einmal umkehren?— Er kannte die Weiber nicht.
Eine Stunde ſpäter ſtieg er die Treppen zu


