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fand die Bedeutung bald heraus und dankte ihm freund⸗ lich:„Immer noch auf den Beinen, Wiesner? immer noch thätig? wir kennen uns doch ſchon ein Weilchen!“
„Ja, gnädige Gräfin,'s geht nun bald ins neun⸗ undfünfzigſte Jahr. Das Bouquet zu Ihrem erſten Jahrestage ließ mich mein ſeliger Vater binden;'s war das allererſte, wozu ich die Blumen allein aus⸗ wählen durfte. Und weil er zufrieden war, durft' ich es auch übergeben. Ich mag ſo ein Bürſchel von neun oder zehn Jahren geweſen ſein. Sie zer⸗ zauſeten wohl den hübſchen Strauß ein Bißchen mit Ihren kleinen Fingerchen, aber ich freute mich denn doch, daß ich die Ehre hatte.“
Barbara hielt ihre zwei Führer zurück und ſah dem Greiſe lange ins Geſicht.„Treuer Diener unſeres Hauſes,“ ſprach ſie dann gerührt,„Du haſt mir den erſten Blumenſtrauß gewunden!? winde mir auch den letzten, den ich mit in die Gruft nehme; den will ich nicht zerzauſen; das verſprech' ich Dir.“
„Frau Gräfin haben gut verſprechen,“ antwor⸗ tete Wiesner;„im Sarge ſollen wir gewiß ruhig lie⸗ gen, und die Hände ſtillhalten. Aber ich kann nicht verſprechen, daß ich Ihren Befehl erfülle;'s geht auf die Neige mit mir.“
„Dummheiten,“ unterbrach ihn der Graf;„redet 1857. XIV. Noblesse oblige. JT. 2


