Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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gung, die der Sohn ſich jetzt zu Schulden kommen laſſe, ernſtlich übelgenommen habe, ſo wagte er auch nicht, entſchiedene Freude über Hermann's An⸗ kunft und deſſen blühendjugendliches Wachsthum an den Tag zu legen. Erſt als der Graf ihn fragte: Nu, Lobeſämchen, hat Dir der Staub die Sprache erſtickt? erwiederte jener mit abermaliger Vernei⸗ gung:Wie Erzellenz befehlen!

Er iſt ein Diplomat, ſagte Graf Ulrich zu ſeiner Schweſter;ſolange er wähnt, ich könnte mich für verletzt halten in meinen Vaterrechten, wird er ſich anſtellen, als machte er ſich nichts aus dem Jungen; dafür wird er ihm heimlich das Beſte zuwenden und ſich jedem kindiſchen Wunſche willig fügen, wär' es auch mit Gefahr, uns das Schloß überm Kopfe in Brand zu ſtecken.

Exzellenz... flehte der Haushofmeiſter...

Halt's Maul, alter Sünder! Nos kennimus!

Wie ſie in den Garten traten, empfing der Schloßgärtner Gräfin Barbara und ſeines Grafen Sohn mit zwei Blumenſträußen, die er in größter Eile für beide gewunden. Der greiſe Mann hatte Blüten und Blätter ſinnig zuſammengeſtellt, wie es ſich für eine ſechszigjährige Dame und für einen ſechszehnjährigen Jüngling paßte. Seine Gönnerin