Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Arm von ihrem Halſe los, führte den Liebling ihrem Bruder zu und bat herzlich:Sei ihm nicht böſe, Ulrich, die Schuld iſt mein, ich hab' ihn ſo feſt gehalten. Dafür ſollſt Du ihn den ganzen Abend für Dich allein haben.

Der Graf ließ ſich von ſeinem Sohne die Hand küſſen, gab ihm einen Kuß auf die Wange, wies noch einmal auf die drohende Heerde, welche wirklich die Kunſtſtraße in ihrer ganzen Breite aufzurühren und deren zarte Beſtandtheile in Wolken zu ver⸗ wandeln ſchien, ergriff ſeiner Schweſter linken Arm, Hermann führte ſein ‚himmliſches Tantchen⸗ am andern, und ſie traten die Flucht an; doch konnten ſie nicht ſchnell genug davoneilen, daß ſie nicht mitten auf der grünen Wieſe noch ein Stückchen fliegender Chauſſée erreicht hätte, trotz des Haus⸗ hofmeiſters Bemühungen, der ſein ſeidenes Taſchen⸗ tuch zornig ſchwang, und ſehr verwundert war, weil er Wind keinen Reſpekt vor ihm und ſeiner Signal⸗ fahne bezeugte, welche doch im ganzen Schloßhofe galt.

Hermann lachte nach ihm zurück:Bon soir, Meiſter Lobeſam; wie ſteh' ich in Dero Huld?

Der Haushofmeiſter verbeugte ſich ſtumm; er konnte ſeine Verlegenheit nicht verbergen. Denn weil er nicht wußte, ob ſeinHerr die Vernachlaͤſſi⸗