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köpfige Tante zu führen! Gott, wie mir der Junge fehlt! und was ſie nur werden aus ihm gemacht haben in dieſem Jahre!“
„Wir werden's bald ſehen, Barbara,“ ſprach der Graf die Uhr ziehend.„Er kann nicht mehr lange ausbleiben. Meinſt Du nicht auch, Lobeſam?“
Der Haushofmeiſter trat einen Schritt vor. „Sind ſie um ſechs Uhr ausgefahren, wie ich rechne, Erzellenz, und haben ſie ſich über Mittag nicht unnütz aufgehalten, ſo müſſen wir zwiſchen zehn und zwanzig Minuten den Staub von ihrem Wagen ſich auf der Kunſtſtraße erheben ſehen. Die Braunen laufen gut und David iſt ein pünktlicher Burſch.“ Dieß geſagt, machte Lobeſam den Schritt, den er früher vorwärts gethan, wieder zurück und nahm genau ſeine vorige Stellung wieder ein.— „Wie iſt Dir's ergangen, Barbara, ſeitdem wir
uns nicht ſahen?“
„Wie immer, mein Freund. Fünf Monate in der Reſidenz,(es war heuer mein Stadtjahr!) ſechs im Stifte und den zwölften denk' ich im lieben Eichenau zuzubringen. Vielleicht geb' ich dießmal etwas zu. Meine Stellvertreterin iſt eine ſolide Dame, eine Schlichten weißt Du, unſeres guten alten Barons jüngſte Tochter, auf die man ſich verlaſſen


