Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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mitbrächte? und wo ſollte das liebe Vieh denn her⸗ nach Unterkunft finden?

Sei unbekümmert, Chriſtoph, ſagte der Graf; für Beſuche bau' ich mir das Jagbſchlößchen nicht; für die iſt Raum im Schloſſe. Dort will ich allein bleiben, wenn mir gerade ſo zu Muthe iſt; dort⸗ hin lad' ich mir keine Gäſte

Chriſtoph machte ein pfiffiges Geſicht, ſchwenkte die Peitſche, ohne eines ſeiner edlen Thiere damit zu berühren und ließ ſchärfer austraben. Als die Wege ſich ſchieden, der breitere über eine ge⸗ mauerte Brücke hinweg, dem Schloſſe zu; der ſchmä⸗ lere eine Pappelallee entlang nach dem Vorwerke hin, welches der Waſſerhof genannt wird, weil es unmittelbar auf dem hohen Ufer der Eicha ſteht; drehte er ſich abermals um, deutete mit der Peitſche auf den letzteren dieſer Wege und fragte:Hier?

Eſel, baß Du nicht gehört, daß ich den Gra⸗ fen Hermann erwarte? ſprach unwillig der Graf; was ſoll ich auf dem Waſſerhofe machen?

Ich weiß es nicht, murmelte Chriſtoph;wenn er's nicht beſſer wüßte, warum ſtieg er denn ſonſt ſo oft beim Verwalter ab? Heute thut er ſo unſchul⸗ dig, wie ein Lamm. Kann ich's denn riechen.

Mit wem redeſt Du, Chriſtoph? fragte der Graf.