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Bald nachdem die Fuͤrſtin Stollberg Mark⸗
graͤin von Lind au geworden war, begab ſich das gluͤckliche Paar zum Beſuch nach March⸗
feldt, der in der Folge faſt jedes Jahr wieder⸗ holt wurde. Ein immer engeres Freundſchafts⸗
band zog ſich um dieſe Familien, das auch ſpaͤter
in den Kindern erhalten, und durch ſie noch feſter geknuͤpft wurde.
Wir duͤrfen uns wohl nicht ſchmeicheln, daß Graf Harrach ein beſonderes Intereſſe bei un⸗ ſern Leſern erweckt hat; es wird daher hinlaͤnglich ſeyn, wenn wir von ihm berichten, daß er ſeinen unbedeutenden Weg bis ans Ende des Lebens, mit den gehoͤrigen Verbeugungen und geziemenden
Laͤcheln fortſetzte. Von Niemand geachtet oder
geliebt, ward auch ſein Tod von Niemand ſonder⸗ lich beklagt, obgleich man ihn gradezu keiner Laſter zeihen konnte; aber er beſaß auch keine Tugend, und war ſtets ein ungluͤckſeliges Mittelding gewe⸗ ſen. Sein Sohn ſtarb fruͤher als er, und da er ſelbſt immer nur mit Schaudern auf die Stunde hingeblickt hatte, die ihn vom heitern Erdenleben abrufen wuͤrde, war jede weitere Verfuͤgung uͤber ſeine irdiſchen Guͤter unterblieben. Als naͤchſtem,
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