8
„Das iſt eine wuͤrdige Anwendung eures ſeltnen Talents,“ ſagte ſie, den wohlwollenden Blick auf Wolfſtein gerichtet.„Ueberredet jetzt eine eurer ſchoͤnen Freundinnen, Herr Ritter, dieſen Hochgeſang mit der Laute zu begleiten; ich
bin begierig zu hoͤren, ob die Muſik dem erhabe⸗
nen Gegenſtande voͤllig entſpricht.“
„Von eurer bezaubernden Stimme begleitet, Fuͤrſtin, wuͤrde der Eindruck des Ganzen um vie⸗ les erhoͤht werden,“ ſagte er, ſich zur Stoll⸗ berg wendend.
Dieſe, nicht den Nauth dazu in ſich fuͤhlend,
und immer befangen in des Ritters Naͤhe, bat zit⸗
ternd ſie zu entſchuldigen, da ihre Stimme alle Kraft verloren habe. 86 7
„Singt immer Fuͤrſtin,“ erwiederte er mit bittendem Tone; aber mit einem Blick der zu ſagen ſchien:„ihr muͤßt ſingen. Wahrlich,“ ſetzte er mit beleidigender Vertraulichkeit hinzu,„es fehlt euch an Aufheiterung, und ihr werdet mir es Dank wiſſen, wenn ich euch zu euren alten Ge⸗ wohnheiten zuruͤckfuͤhre. Die Zeit heilt alles; wir muͤſſen ihr nur zu Huͤlfe kommen. Und ihr, die ihr fruͤher ſo geneigt wart, meine kleinen, leicht⸗


