Teil eines Werkes 
3. Th. (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

Herzog trachtete. Tod und Schande waren ge⸗ woͤhnliche Strafmittel, die er gegen ſeine Truppen gebrauchte, und die Vergoͤtterung mit der die blinde, ihm gehorchende Menge, dennoch zu ihm empor ſchauete, diente dazu dies Schreckens⸗Sy⸗ ſtem zu rechtfertigen. Nur ſeinem Sterndeu⸗ ter ſchenkte er unbedingten Glauben, und dieſer war ſchlau genug ſeinen Ehrgeiz immer mehr zu naͤhren. 4 Doch kehren wir an den Wiener Hof zuruͤck, wo Wolfſtein ſich auf einmal gluͤcklicher Weiſe von denen befreit ſah, die ſeine Furcht oder Ei⸗ ferſucht erregen, und ſich ſeinen Plaͤnen widerſe⸗ tzen konnten. Auch der jetzt von ſeiner Eitelkeit geheilte Lindau, haͤtte vielleicht ſtoͤrend fuͤr ihn ſeyn koͤnnen; indem er ihm die Anſtellung verſchaff⸗ te, hatte er alſo auf doppelte Weiſe ſeinen Ent⸗ zweck erreicht, naͤmlich einen Mann entfernt, der ihm laͤſtig war, und ſeinen maͤchtigen Einfluß gezeigt, wodurch er ein neues Gewicht bei Hofe erhielt. Ferdinand gebrauchte ihn von jetzt an oͤfterer zum Vermittler beim Herzoge, wenn er Jemand beſoͤrdert zu ſehen wuͤnſchte, und in dem Grade wie ſeine Verbindlichkeit gegen den