Teil eines Werkes 
3. Th. (1822)
Entstehung
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Es iſt wahr daß ich den Grafen nicht liebe, aber ich bewundere ihn; und jetzt uͤber ihn herzu⸗ fallen, hieße einem Harrach gleich ſeyn. Nein, mein Urtheil wird nie durch Leidenſchaft beſtochen, und wenn ich einen Gegner angreife, muß er mir gegenuͤberſtehen, damit er ſehe woher der Schlag komme.

Obgleich nun zwar die Freiherrin, ſo oft des Ritters Augen ſie trafen, den kalten, ſtrengen Blick beibehielt, konnte ſie doch nicht umhin in ihrem Innern ſeine maͤnnlichen Geſinnungen zu bewun⸗ dern, und ſich zu freuen daß er ſich nicht herunter⸗ laſſe, in die Schmaͤhungen und Verlaͤumdungen uͤber den Verbannten, einzuſtimmen. Als die Kai⸗ ſerin ihr Wolfſteins neuliche Bußreden, nebſt

ſeinem Vorſatz, das ſchaͤndliche Buch zu vernichten, 8.

mittheilte, aͤuſſerte Lui ſe indeß einige billige Zwei⸗ fel uͤber die Wahrheit dieſer Geſinnungen.

Ich muß fuͤrchten, entgegnete die Monar⸗ chin,daß ihr etwas unglaͤubiger, hartnackiger Natur ſeyd; nehmt euch vor uͤbertriebener Strenge in Acht, da die Hofluft an und fuͤr ſich ſchon leicht Zweifelſucht naͤhrt.