17
heit ein, daß gar leichtlich von ihr heraus zu krie⸗ gen war, was ſie wußte und nicht wußte, uͤber
den gnaͤdigen Herrn der unſer Fraͤulein heirathen ſollte. Ja, wenn der boͤſe Feind nicht Unkraut
zwiſchen ſie geſtreut haͤtte, ſo wuͤrde der Caplan
dieſen Morgen ihre Haͤnde in einander gelegt ha⸗
ben; ſtatt deſſen aber entflieht der junge Herr aus
dem Schloſſe, Niemand weiß wohin, noch wa⸗ rum, und die liebe gnaͤdige Herrſchaft, der Stolz
der ganzen Welt, iſt dem Tode nahe. Ich will
keinen Menſchen beſchuldigen; aber was ich ſagte
iſt wahr, und es iſt gleichfalls wahr, daß ihr
manche Frage an meine Frau gerichtet, die einen
Fremden nichts angehen konnte, und daß ihr ihr
zwanzig Thaler fuͤr ihre Antworten bezahlt habt.
Dies Geld ſcheint mir Suͤnden⸗Geld, und ich
moͤchte es um keinen Preis unter meinem Dache
behalten. So wie ihr nur hereintratet, fiel es
mir wie ein Stein aufs Herz, eure Blicke ver⸗
riethen euch; ihr habt nichts Gutes im Sinne,
und wenn man nach aͤußern Zeichen ſchließen
darf, ſo ſeyd ihr wahrhaftig nicht mehr zu be⸗ neiden, als alle die, welche Boͤſes in der Welt anſtiften, es gewoͤhnlich ſind.“
1 W. v. W. II. 2


