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deſſen Lippen ihm von der zarteſten Kindheit an, reine Lehren der Religion und Weisheit geſloſſen waren. Ungluͤcklicher Weiſe nur hatte der gute Moͤnch nie geahnet, daß religiöſe Kraft die erſte chriſtliche Tugend ſeyn ſollte, welche ſein Zoͤgling Gelegenheit haben wuͤrde in Ausuͤbung zu bringen,
und jetzt gewahrte er ſchmerzlich, daß es dem,
der alle andern chriſtlichen Tugenden uͤbte, der milde, freundlich, wohlwollend, gottesfuͤrchtig war, an Kraft der Seele fehlte, und daß dieſer einzige Mangel, bei ſo vielen vorzuͤglichen Eigen⸗ ſchaften, ihm hoͤchſt gefaͤhrlich wurde.
Schon in der fruͤheſten Jugend der Eltern beraubt, waren Wilhelm und ſeine Schweſter
in allen irdiſchen Angelegenheiten der Vormund⸗
ſchaft eines Oheims von muͤtterlicher Seite anver⸗ trauet geweſen, der bis zur Muͤndigkeit des jungen Freiherrn, treu und freundlich dieſem ſchweren Amte vorſtand; die Pflege des Geiſtes, die Sorge fuͤr die Seele, aber war dem frommen Pater Felix uͤbergeben, der ſich noch beſtaͤndig im
Schloſſe aufhielt, und den jeder Bewohner deſ⸗ ſelben ſtets als Freund und Rathgeber liebte und ehrte. 1425


