Teil eines Werkes 
1. Th. (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

mein Herr nie in gutem Vernehmen ſtand. Der hatte auch ſo ſeine Sonderbarkeiten; aber ich zweifle, daß ſein Fehler in uͤbertriebner Guͤte lag; er hatte einen gar zu glupiſchen, zankſuͤchtigen Blick!

Nun, gute Nacht, Conrad! Ihr habt eine ſtarke Tagereiſe gemacht, und es iſt unrecht, euch laͤnger von der Ruhe abzuhalten.

II.

Fruͤh am Morgen ſchon hatte ſich Luiſe in ihre Schloßcapelle zum Beten begeben; aus in⸗ bruͤnſtigem Herzen dankte ſie dem Himmel fuͤr die gluͤckliche Heimkehr des geliebten Bruders, und flehete um Heilung der ſchwarzen Schwermuth, die ſeine Seele danieder beugte. Nachdem ſie den gewoͤhnlichen Morgenſegen von ihrem Lehrer und Beichtiger, dem Pater Felix empfangen hatte, kehrte ſie mit dieſem in die Halle des Schloſſes zuruͤck, wo der junge Freiherr ſich auch bald zu ihnen geſellte. Mit ehrfurchtsvoller Unterwerfung beugte er ſein Knie vor dem geiſtlichen Vater, von

W. v. W. 2