Teil eines Werkes 
1. Th. (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

Hauptleute ließen ihn auch ſeinen Willen ausfuͤh⸗ ren, denn ſie wußten gar wohl daß Feigheit ihn nie von einer Schlacht zuruͤckhielt.

Aber Conrad, er iſt recht, recht krank! Seine armen, magern Haͤnde brannten, als ich ihm eine gute Nacht wuͤnſchte; und er iſt ſo bleich. War es immer ſo mit ihm?

Leider ja! Ich habe ihn nie einen froͤhli⸗ chen Antheil an irgend etwas nehmen ſehen; aber er klagt nicht, ſondern geht, wie geſagt, nur immer ſo ſeinen Weg. Doch moͤchte ich Eure Gnaden haͤtten ihn in der Schlacht bei Deſſau geſehen. Er ritt ſeinen ſchoͤnen perſiſchen Schwarzen, den Mirza, und als wir nun einem Standpunkt zu galloppirten, wohin uns Prinz Schaumburg beordert hatte, wurden wir ein armes Weib todt auf der Erde liegend gewahr, wohin ſie wahr⸗ ſcheinlich der Saͤbelhieb irgend eines Unmenſchen gebracht hatte Ein kleines, noch lebendes Kind hing an ihrem Halſe. Schnell wie der Blitz war mein Herr von ſeinem Mirza herunter, und ich will kein ehrlicher Kerl ſeyn, wenn er ſich nicht auf die Erde niederſetzte, und die kleine Krabbe, welche noch immer die todte Mutter lieb⸗