3. bruͤcke moͤglich. Als Luiſe den Thurm erreicht hatte, waren der alte Burgwart Siegmund, und die wenigen Diener, welche ſich nicht auf der Wieſe befanden, ſchon in Bewegung; auch ſie erkannten die Toͤne des Horns, und der ſilber⸗ haarige Alte nebſt ſeinen Begleitern, beeiferten ſich die Zugbruͤcke niederzulaſſen, um den geliebten Herrn zu empfangen. Schnell wie ein Gedanke eilte Luiſe die ſchmalen Stiegen des Thurms wieder hinunter, lag in den Armen ihres ein⸗ zigen Bruders, des einzigen Freundes den die Natur ihr gelaſſen hatte, und ſuͤße Thraͤnen hie⸗ ßen ihn willkommen. Bewegt wie Beide ſich fuͤhlten, ſuchte dennoch Luiſe ſich zuerſt wieder zu ſammeln, und ſagte ihm auch mit Worten ein freundliches Willkommen. Aber Wilhelm ant⸗ wortete nicht; ſtumm faßte er ihre Hand, und fuͤhrte ſie weiter vorwaͤrts, indem er dem alten Burgwart und den andern Dienern durch Aus⸗ druck und Zeichen zu verſtehen gab, daß er ihre Freundlichkeit tief empfinde, nur ſeinen Dank noch nicht auszudruͤcken vermoͤge. Der treue Conrad aber, der ſeinem Herrn in den Krieg gefolgt war, warf einen bedeutenden Blick auf
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