Druckschrift 
Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ein günſtiges Wetter, um das Fleiſch der armen Blan⸗ chette aufzubewahren; es würde gefrieren und wuͤrde ſich dann recht gut halten. Aber kann das Wetter nicht wieder milder werden? Geſchähe das, ſo würde es mir an Salz fehlen, um das Fleiſch einzubökeln. Nein, ich will noch warten! Bis zum Aeußerſten warten!

Am 18. Februar.

Die Kälte nimmt überhand und erinnert mich an den Ueberfall der Wölfe. Nichts hindert ſie jetzt, wie⸗ der die Berge zu durchſtreifen. Mein Gott, ſchütze mich vor ihnen! Von ihren Zähnen zerfleiſcht zu wer⸗ den, welch' ein ſchreckliches Schickſal! Lieber wollte ich, daß ich von einer Lawine begraben würde. Solch ein Tod wäre eine Wohlthat gegen jenes traurige Ende!

Am 20. Februar.

Ich habe einen großen Entſchluß gefaßt. Ja, ich werde morgen die Hütte verlaſſen, und für den Fall, daß mir ein Unglück zuſtößt, will ich in mein Tagebuch ſchreiben, was mich zu dieſem Entſchluſſe beſtimmt hat. Geſtern weckte mich Blanchette's Meckern aus einem ſchrecklichen Traume. Mir träumte, daß ich mit blut⸗ befleckten Händen Blanchette in Stücke zerhackte, wäh⸗ rend das arme Thier noch immer ein trauriges Geſchrei ausſtieß und mich wehmuthsvoll anblickte. Bei dieſem Geſchrei wachte ich auf. Mein Geſicht fand ich von Thränen überſtrömt, aber mit Entzücken ſah ich, daß Blanchette noch am Leben war. Ich lief zu ihr, ich liebkoste ſie auf's zärtlichſte,. aber meine Freude ſchwand bald wieder dahin. Was half mir der Auf⸗ ſchub? Noch zwei Tage, und meine Lebensmittel gin⸗ gen zu Ende. Ich mußte mich entſchließen.. ich nahm