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haben, wenn ich mich nicht zu rechter Zeit noch zuſam⸗ mengerafft hätte.
„Was man fürchtet, muß man gerade recht feſt in's Auge faſſen,“ ſprach ich zu mir ſelbſt, mich einiger Leh⸗ ren meines guten Großvaters erinnernd, und ſtand auf, um mich dem Bette zu nähern. Ich blickte den Groß⸗ vater an, ich wagte ſogar ihn zu berühren. Es war ein peinlicher Moment; aber ich hielt meiner Schau ſtand, ich wiederholte meine Blicke, meine Berührun⸗ gen, und ich fühlte, wie allmälig der Schrecken von mir wich.
Seit dieſer Zeit kehrte ich immer wieder nach kur⸗ zen Zwiſchenräumen zu der Aſche meines guten Groß⸗ vaters zurück, und leiſtete ihm gefaßt und ruhig alle jene kleinen Dienſte, welche die daran gewöhnten Leute ſo kaltbluͤtig zu beſeitigen pflegen. Der Ausdruck in den Zügen des Entſchlafenen war ſo ſanft und ruhig, daß er mir unwillkürliche Thränen entlockte.
„Nein,“ ſagte ich ſchluchzend zu mir ſelbſt,„die irdiſchen Ueberreſte meines alten, lieben Freundes ſollen mir keine Furcht einflößen!“
Und dennoch kehrte dieſe Furcht zurück, als ich mich zum Schlafen anſchickte; aber freilich, in meiner Lage und bei meinem Alter kann das wohl kaum Jemand in Erſtaunen ſetzen. Sollte ich an der Seite eines Leichnams ſchlafen? Meine Entſchloſſenheit ging nicht ſo weit, und ich ſuchte, wie ich nicht läugnen kann, eine ſehr ſchwache Hülfe gegen die überwältigende Furcht, die ich mit Macht zurückkehren fühlte. Ich zog mich zu Blanchette zurück und ſchmiegte mich an ihre Seite. Die Wärme, das pulſtrende Leben, das ich bei


