Druckschrift 
Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Höhe des Berges; und wenn der Schnee noch hundert Mal tiefer fiele, ſo würde ſein Vaterauge trotzdem auf uns ruhen! Er ſieht unſere gefalteten Hände, Er hört unſere Seufzer! Ja, Herr, du biſt allezeit mit uns, und wir werden ohne Furcht ruhen im Schatten dei⸗ ner Flügel!«

So ſprach der Großvater, und Jaques betete mit ihm, indem er niederkniete und mit vertrauensvoller Seele Herz und Gedanken zu Gott erhob. Dann ſah er noch einmal nach ſeiner Ziege, damit es ihrer Er⸗ nährerin während der Nacht an nichts fehlen möge, warf ihr Futter vor und eine friſche Streu unter, und ſtreichelte mit zärtlicher Freundſchaft ihren lang behaar⸗ ten Rücken. Blanchette nahm dieſe Liebkoſungen freund⸗ lich auf und ſchmiegte ſich eng an den Knaben an. Das arme Geſchöpf ſchien ſich in der dunkeln Abge⸗ ſchiedenheit und Einſamkeit des Stalles ſehr unbehag⸗ lich zu fühlen, und als Jaques es endlich wieder ver⸗ ließ, ſtieß es traurige Klagetöne aus und blökte jäm⸗ merlich. Die arme Blanchette dauerte den Knaben, aber da er ihr für den Augenblick doch nicht helfen konnte, ſo machte er den Stall zu und begab ſich wie⸗ der zum Großvater, an deſſen Seite er ſich niederlegte. Bald ſchlummerte er ein; auch das klagende Meckern der Ziege verſtummte nach einem Weilchen, und es wurde ganz ſtill in der kleinen Sennhütte, während draußen noch immer der Sturm heulte und in wildem Spiele dichte Schneewolken wirbelnd umherjagte.