Druckschrift 
Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Haupt ſeines Enkels.„Wir befinden uns in einer ſchlimmen Lage,« fuhr er fort,„in einer ſchlimmeren und hoffnungsloſeren vielleicht, als wir jetzt ſchon ex⸗ meſſen können, aber gerade in ſolchen Lagen geziemt es ſich auch, ſein ganzes Vertrauen auf Gott zu ſetzen, ohne deſſen heiligen Willen ja kein Haar von unſerem Haupte fällt. Daran denke, mein Kind, wenn Schmerz und Hoffnungsloſigkeit dich zu überwältigen drohen, und wenn du nur recht aus innerſtem Herzen zu Gott beteſt, ſo wird Gott dir auch Frieden und Ruhe ſchen⸗ ken. Sei ſtill, mein Kind! Weine nicht! Sei über⸗ zeugt, daß der allmächtige Vater droben Alles nach ſei⸗ ner Weisheit, alſo ohne Zweifel zum Guten lenken wird!“

Jaques unterdrückte ſeine Thränen, und während der Großvater ſich auf einen hölzernen Stuhl am Fen⸗ ſter ſetzte, ſchmiegte er ſich zu ſeinen Füßen nieder, und legte ſeinen Kopf auf den Schooß des Großvaters. In dieſer Lage blieben ſie lange, ganz mit ihren Gedanken beſchäftigt, während draußen der Wind fort tobte und mit wüthender Heftigkeit geßen die kleine Sennhütte anſtürmte. Immer dichtere Schneewolken verfinſterten die Luft, und endlich trat plötzlich die tiefſte Nacht ein, obgleich die alte pickende hölzerne Wanduhr in der Huͤtte mit hellem Klange erſt die dritte Nachmittags⸗ ſtunde ankündigte.

„Drei Uhr!“ ſagte der Großvater, indem er das lange Schweigen unterbrach.„Gott ſei Dank, Fran⸗ cois muß jetzt ſchon den Saum des ſchützenden Wal⸗ des erreicht haben, ſonſt vermöchte er dem furchtbaren Ungeſtüm dieſes Wetters nicht zu wider Aber gewiß, er iſt ſchon ſo weit hinab, u Orkan