Druckschrift 
Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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»Du bedenkſt nicht, was du ſprichſt, mein Sohn, antwortete der alte Großvater.Bei ſolchem Wetter wirſt du Mühe haben, nur die Heerde zuſammen zu halten, und kannſt dir unmöglich dabei noch eine Laſt aufbürden und auf die Sicherheit deines Knaben be⸗ dacht ſein. Beſinne dich nicht, bringe die Heerde und deinen Sohn in Sicherheit, ehe der Schnee die Ueber⸗ macht über deine Entſchlüſſe gewinnt, und dann, wenn es im Bereiche der Möglichkeit liegt, kannſt du morgen mit einigen Nachbarn und einer Tragbahre zurückkeh⸗ ren und mich abholen.

Francois ſchwankte und war unſchlüſſig, was er thun ſollte. Der Sturm draußen heulte fort und fort, und führte immer neue Wolken von Schnee herbei, die nach kurzer Zeit alle Wege ungangbar machen mußten. Von der Erhaltung ſeiner kleinen Heerde hing die Er⸗ haltung ſeiner Familie ab; auf eine raſche Beſſerung des Wetters war nicht zu rechnen; und ſo befand er ſich denn allerdings in einer ſehr peinlichen und üblen Lage. Auf der einen Seite handelte es ſich um die Erhaltung ſeines kleinen Reichthums, auf der andern aber konnte er ſich auch nicht entſchließen, ſeinen armen alten Vater allein auf dieſer unwirthbaren und rauhen Höhe zurückzulaſſen. Wiederholt drang er in den alten Mann, ſich ſeinen ſtarken Schultern anzuvertrauen; Jaques verſicherte unter Thränen, daß er ſtark und gewandt genug ſei, um dem Vater bei der Führung der Heerde Beiſtand leiſten zu können; aber der Groß⸗ vater beharrte bei ſeiner Weigerung, und drang immer von Neuem darauf, daß ſein Sohn und ſein Enkel allein gehen ſollten.

Im Schnee begraben. 2