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Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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6 1 und den althergebrachten Sitten ihrer Väter und Alt⸗ vordern.

Der Sommer⸗Aufenthalt der Senner endigt in der Regel mit dem 9. Oktober, dem Tage des heiligen Dionys. Dann ſteigen die Hirten mit ihren Heerden von den Bergen wieder herab, und auch dieſe Rückkehr gilt für einen Feſttag, wie die Auffahrt nach den Hö⸗ hen, nur daß dieſer Feſttag noch froͤhlicher iſt, indem die lange fern geweſenen Väter und Brüder mit den Ihrigen wieder vereinigt werden. Hierauf nun, in der heimathlichen Hütte, am warmen Herde, beginnen neue Arbeiten, ganz verſchieden von den früheren. Die Armuth jener Thäler duldet keinen Müſſiggang. Die fleißigen Hände der armen Hirten ſchnitzen allerlei Klei⸗ nigkeiten aus Holz: Teller, Schüſſeln, Näpfe und manch anderes Haus⸗ und Küchengeräth, was ſie an die reicheren Bewohner der nächſtgelegenen Städte ver⸗ kaufen, und die Geſchickteſten von ihnen arbeiten ſogar ganz reizende Kunſtſächelchen aus demſelben Stoffe, wie z. B. Gemſen, Steinböcke, Käſtchen mit zierlichem Schnitzwerk in verſchiedenen Farben, kleine Schweizer⸗ häuschen und dergleichen mehr, welche von Durchrei⸗ ſenden gern gekauft, und ſelbſt in die fernſten Gegen⸗ den Europa's verſendet werden.

Während die Erwachſenen ſich in ſolcher Weiſe nützlich beſchäftigen, dürfen auch die Kinder ihre Tage

nicht müſſig verbringen. Nicht ſelten ſind die Häuſer

der einzelnen Dörfer ſo weit von einander zerſtreut, daß es bei ſtarkem Schneefall unmöglich iſt, die Kinder zur Schule gehen zu laſſen. In ſolchen Fällen müſſen ſie zu Hauſe arbeiten, rechnen, ſchreiben, leſen, und die