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Im Schnee begraben! : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Das Innere aller dieſer Sennhütten iſt in drei Ab⸗ theilungen geſchieden; in den wohl verwahrten Stall, wo Nachts das Vieh untergebracht wird; in einen Raum zur Aufbewahrung der friſchen Milch, die Milch⸗ kammer, mit ihren weißen, blank geſcheuerten, hölzer⸗ nen Gefäßen; und endlich in die Küche, welche dem Sennhirten zugleich zum Schlafgemache dient, oft ein ärmliches Schlafgemach mit nur einem Bunde Stroh in der Ecke, das anſtatt eines Bettes dienen muß. In der Küche beſindet ſich ein großer, weiter Rauchfang, unter welchem an Stricken oder eiſernen Ketten ein mächtiger Keſſel hängt, der zum Erhitzen der Milch und demnach zur Käſebereitung dient.

Während des ganzen Sommers, das heißt, der ganzen Dauer ihres Aufenthaltes, ſehen die armen Sennhirten ſelten ein anderes Geſicht, außer höchſtens einmal einen fremden Wanderer, den Neugierde oder Reiſeluſt in dieſe entlegenen Gegenden geführt hat. Be⸗ reitwillig üben ſie die Tugend der Gaſtfreundſchaft gegen ihn aus, bewirthen ihn mit ihrer ſüßeſten Milch, räu⸗ men ihm ihren Schlafplatz ein, und ſind dankbar, wenn ſie dagegen ein Stückchen Brod bekommen, was auf dieſen Höhen ſo ſelten zu haben iſt, und deßhalb für einen koͤſtlichen Leckerbiſſen gilt. Und trotz aller dieſer Entbehrungen, dieſer Mühen, dieſer anſtrengenden Ar⸗ beiten, dieſer traurigen Abgeſchiedenheit von aller menſch⸗ lichen Geſellſchaft beklagen ſich dieſe armen Hirten nicht über ihr Schickſal. Im Gegentheil! Sie ſind zufrie⸗

den, ſie wünſchen keine Aenderung ihrer Lage, ſie lie⸗

ben ſogar die tiefe Einſamkeit ihres Sennenlebens, und beharren, ohne etwas Anderes zu wollen und zu hof⸗

fen, bei ihren Gewohnheiten, ihrer ſchweren Arbeit