bedeckt. Eichen, Buchen, Birken und Platanen breiten hier ihre ſchattenreichen Zweige aus, während weiter oben die herrlichſten Matten liegen, deren duftige Kräu⸗ ter und Gräſer weidenden Kuh⸗ und Ziegenheerden zur Nahrung dienen. Indeß dauert dieſe Herrlichkeit leider nur wenige, höchſtens fünf Monate des Jahres. Sie beginnt Ende Mai oder Anfang Juni, und endigt mit den erſten Tagen des Oktobers, wo der Winter wieder mit rauher Hand zu herrſchen anfängt.
Es iſt eine ſchöne Zeit für den armen Bergbewoh⸗ ner, wenn nach den langen und düſteren Wintermona⸗ ten endlich wieder mildere Lüfte vom Süden her über die Berge wehen und mit ſanftem Hauche den Schnee auf den Gipfeln und an den Abhängen ſchmelzen; wenn tauſend Bäche und Gerinnſel, in luſtigen Waſſerfällen von den Felswänden herab rauſchend und plätſchernd in die Thäler ſtürzen, und nun allmälig das junge Grün des Frühlings aus der erwärmten Erde hervor⸗ ſproßt. Dann öffnet der erfreute Sennhirte ſeine Ställe und treibt ſeine Kühe und Ziegen in's Freie hinaus,
wo ſie mit Entzücken die friſche, duftige Luft einzuath⸗
men ſcheinen, und luſtig ſpringend, blökend, meckernd aus den Thälern auf die weit ausgedehnten, breiten Bergrücken ſteigen, wo ihnen das ſaftigſte Futter in üppigſter Fülle entgegen lacht. Die klugen Thiere wiſ⸗ ſen erecht wohl, was auf den Höhen ihrer wartet, und
darum zeigt ſich keines von ihnen widerſpenſtig, wenn
auch die Abhänge, die ſie hinauf klettern müſſen, noch
ſo ſteil, die Wege, die empor führen, noch ſo ſteinigt
und rauh ſind. Der Tag der Auswanderung nach den Ber
gen ein Feſttag für alle Bewohner der Thäler ſel
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