Das Jura⸗Gebirge beſteht aus mehreren, ziemlich gleichmäßig neben einander laufenden Bergketten, welche ſich vom Rhoneſtrome aus, wo derſelbe dem Genfer See entſtrömt, in nordöſtlicher Richtung⸗ durch Frank⸗ reich und die Schweiz bis zut Mündung der Aar in den Rhein erſtreckt, und in einer Länge von fünfund⸗ dreißig, in einer Breite von vier bis acht Meilen fort⸗ ſtreichen. Die größte Maſſe dieſes aus Kalkſtein be⸗ ſtehenden Gebirges befindet ſich in der Schweiz, die höchſten Berge dagegen, die rauheſten Thäler und Schluchten liegen in Frankreich, wo der Jura im Süd⸗
weſten durch das Thal des Ain, im Nordweſten durch
das Thal des Doubs eingeſchloſſen wird. Hier erhebt ſich der Pré des Marmiers, 5300 Fuß hoch, der Re⸗
3 eulet von 5280) der Grand Columbier von 5230 Fuß
Höhe, und zwiſchen dieſen und anderen mächtigen Gipfeln liegen zahlloſe Thäler und Felſenſchluchten, welche mehr oder minder fruchtbar, und zum Anbau von Feldfrüchten oder zu Viehweiden benutzbar ſind. Die größere oder mindere Höhe der Berge uübt einen weſentlichen Einfluß hierauf aus. Je höher ihre Gipfel anſteigen, deſto unfruchtbarer und unwirthlicher findet man in der Regel die Gegend, deſto kälter iſt das Klima, deſto kürzer der Sommer, deſto früher kommt der Schnee und breitet ſein weißes Leichentuch über Matten und Wieſen aus. Auf den höchſten Gipfeln bleibt der Schnee ſelbſt während des Sommers liegen; im Allgemeinen aber zeigt der Jura dennoch während der wärmeren Monate eine raſch ſich entwickelnde Ve⸗ getation, die grünend und bluhend bis dicht an die Schneegränze emporſteigt. Die tiefer gelegenen Thäler und Abhänge ſind mit prachtvollen, dichten Wäldern


