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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Junker Kroſigk, den Wagen lenkend, auf welchem Paul Kra⸗ mer lag, und Martin Bär folgten ihm. Nach wenigen Minuten hatte der Fürſt, ſeinen Begleitern

voorauseilend, eine kleine Wieſe erreicht, deren grüner, blumen⸗

geſchmückter Saum von den vorübergleitenden Wellen der Saale beſpült wurde. Hier, aus dem Walde tretend, ſtand er gerade ſeinem Schloſſe gegenüber, das er ſeit ſo langer Zeit nicht geſehen hatte, aus dem er, ein geächteter Flüchtling, gezogen war, um es als freier Fürſt des deutſchen Reiches wieder zu betreten.

Tiefe Rührung ergriff ihn, als er ſeine Augen zu dem alten, ehrwürdigen Gebäude erhob. Die letzten Strahlen der Sonne blitzten von den Fenſtern wieder und goßen einen röth⸗ lichen, verklärenden Schimmer auf die altersgrauen Mauern, auf die ſtarken, trotzig ragenden Thürme. Links hin glitt ſein Blick über die Saale und über die Gebäude der Stadt, deren

rothe Dächer freundlich aus dem Gebüſch auftauchten; rechts

hin ruhte er auf den grünen Wäldern, aus denen der Ge⸗ ſang munterer Vögel erſchallte.

Deine Hand hat mich wunderbar geleite, mächtiger Gott, rief er aus.Schwer waren die Prüfungen, die du mir auferlegteſt, aber überaus herrlich haſt du vergolten und die wunde Seele mit dem Balſam deiner Gnade erquickt und getröſtet!

Er ſprang von ſeinem Roſſe, knieete nieder auf den raſigen Grund und erhob Augen und Hände zum Himmel, um in ſtillem Dankgebete ſeine Seele zum Vater über den Wolken emporzurichten.

Eben hatte der Fürſt ſich wieder von den Knieen erhoben, als Martin Bär und Junker Kroſigk mit dem Verwundeten anlangten. Ein Nachen war bald gefunden und der ehrliche