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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wurde. Jetzt ging es noch hurtiger, als bisher, vorwärts, und Melchior Wagnitz verkürzte dem Fürſten die Zeit, indem er ihm erzählte, wie die Geſandtſchaft der Bürger Bernburgs vom Kaiſer aufgenommen worden ſei.

Kaiſerliche Majeſtät, ſagte er,empfingen uns recht gnädig und herablaſſend, wollten aber anfangs von keiner Ver⸗ ſöhnung mit Euch, gnädiger Herr, etwas hören. Als wir aber erzählten, wie Graf Ladro uns ſo arg bedrückt und ge⸗ drängt habe, daß wir endlich hätten wollen zum Schwerte grei⸗ fen, und nur durch Euch wären zurückgehalten worden, da wurde der Kaiſer um Vieles freundlicher und ging dann eine ganze Weile nachdenklich im Zimmer auf und ab, bis er ſich endlich mit der Frage an mich wendete: ‚Alſo der Fürſt ſelber hat Euch zum Gehorſam gegen Euren Bedrücker ermahnt?

Ja, Kaiſerliche Majeſtät, erwiderte ich. ‚Unſer Herr verwies uns ſtets alle gewaltſamen Schritte und gab uns den Rath, Eurer Majeſtät unſere Leiden und unſeren Jammer zu llagen.

Als ich das ſagte, fiel mir Walter Madelung in die Rede und ſetzte hinzu: ‚Weil Ihr zwar ein geſtrenger Mann wäret, Majeſtät, aber doch auch gnädig und ſanft, und ein gütiger, lieber Herr!'

Das ſagte Fürſt Wolfgang?' fragte der Kaiſer ganz überraſcht. ‚So ſprach der Mann von uns, den wir ge⸗ ächtet und aus ſeinem Lande getrieben haben? Sprichſt du die Wahrheit, Menſch?*

Ja, Gott weiß es! antwortete der Waffenſchmied. Werde mich wohl hüten, Eurer Kaiſerlichen Majeſtät Ohren mit Lügen zu füllen 64

Der Kaiſer lächelte freundlich bei dieſen Worten des wackeren Mannes, ſah gnädig auf uns herab und fragte uns

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