wird ein paar Wochen zur Heilung bedürfen, aber Gefahr iſt nicht vorhanden.“
„Gott ſegne Euch für dieſen Troſt!“ rief der Fürſt herz⸗ lich und richtete ſich aſch auf, um nun ohne Zögern die nö⸗ thigen Anordnungen zur Bequemlichkeit Pauls zu treffen.
Eine Tragbahre von grünen Zweigen war bald geflochten, Paul wurde in Bärenfelle und Decken eingehüllt, auf die Bahre gelegt, und konnte auf ſolche Weiſe ohne Gefahr weiter geſchafft werden.
Erſt als dies Alles geſchehen war, ſchaute ſich der Fürſt nach ſeinen getreuen Bürgern um und erblickte unter ihnen mit herzlicher Freude manchen alten Bekannten. Das war ein fröhliches und herzerhebendes Wiederſehn und mit tiefer Rührung gewahrte Fürſt Wolfgang, wie den wackern Män⸗ 4 nern die hellen Thränen der Freude über die Wangen liefen, als er ihnen ſeine Hand reichte und für ihren Beiſtand mit herzlichen Worten ſeinen Dank ausſprach.
„Aber nun laßt uns nicht länger hier zögern,“ wendete ſich der„Fürſt endlich an Melchior Wagnitz.„Mich verlangt nach mänem guten Volke, und auch meinem treuen verwun⸗ deten Paul wird es gut thun, wenn er baldmöglichſt zur Ruhe kommt. Heute noch wollen wir in unſerm Schloſſe zu Bernburg ſchlafen, und darum müſſen wir eilen. Unterwegs erzählt Ihr mir wohl, wie Ihr ſo ganz zur rechten Stunde bei znſcren Verſtecke angelangt ſeid.“
Vier der ſtärkſten Männer luden den Verwundeten auf ihre Schultern, Fürſt Wolfgang und Junker Heinrich ſtiegen zu Pferde, und langſam und vorſichtig ging es den ſteilen Burgberg hinab. Der Mond ſchien ſo hell, daß Alle ohne Schaden im Thale anlangten. Beim Aufgange der Sonne* hatten ſie ſchon das Thal hinter ſich und gelangten nach Meißdorf, wo der Verwundete auf einen Wagen gebracht
———
———


