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beugte ſich über ſein Angeſicht und eine ſchwere Thräne fiel heiß und glühend auf Pauls Stirn.
„Paul! Mein Freund! Mein Retter! Wache auf!“ rief Fürſt Wolfgang in Tönen des bitterſten Schmerzes.„Du wirſt mich doch jetzt im Glücke nicht verlaſſen wollen, da du im Unglück ſo treulich zu mir geſtanden haſt! Wache auf, Paul! Wache auf!“
Während der Fürſt alſo klagte und ſeinen Schmerz über den vermeintlich erſchlagenen Freund nicht zu bewältigen ver⸗ mochte, ſprang Junker Heinrich an den Brunnen, ſchöpfte Waſſer und brachte es in einem Helme herbei. Zugleich ſtieg Melchior Wagnitz vom Pferde und betrachtete mit prüfendem Auge das Angeſicht des Verwundeten.
„Der Mann lebt, gnädigſter Herr,“ ſagte er darauf ruhig.„Seine Augenlider zucken, und ſchon hebt und ſenkt ſich ſeine Bruſt. Nur Waſſer her, dann wird er bald wieder zu ſich kommen.“
Er riß dem Junker, der eben herzutrat, den Helm aus der Hand, wuſch dem Ohnmächtigen das Blut aus dem Geſicht, verband ſeine Wunde mit einer Schärpe, und hatte die Freude, ihn noch unter ſeinen Händen erwachen zu ſehen. Fürſt Wolf⸗ gang ſtieß einen lauten Freudenſchrei aus, als der Verwundete die Augen aufſchlug und verwundert umherblickte.
„Mein Himmel,“ ſagte er mit matter Stimme,—„bin ich denn unter Freunden oder hat mich der liebe Gott ſchon zu ſich genommen und wache ich in ſeinem Himmel auf?“
„Nein, nein,“ rief Wolfgang freudig,„noch halte ich dich in meinen Armen, noch biſt du der irdiſchen Welt nicht entrückt, und ſo Gott will, wirſt du noch lange an meiner Seite wandeln.“
„Die Wunde zum wenigſten wird ihm nicht viel anhaben,“ ſagte Melchior Wagnitz.„Sie iſt wohl recht ſchmerzhaft und


