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Euch und Euren Unterthanen freie und ungehinderte Reli⸗ gionsübung! Ihr ſeht, Graf Ladro, hier iſt nichts mehr für Euch zu thun.“
Der alſo Angeredete ſtieß einen wilden Fluch aus und gern hätte er den kühnen Bürgermeiſter, der hoch und ſtattlich zu Pferde ſaß, mit ſeinem Schwerte niedergehauen. Aber er wagte es nicht, denn eine kleine Schaar wackerer bewaffneter Bürger aus Bernburg hatte den Melchior begleitet und legte bei den drohenden Blicken des Grafen furchtlos die Hand an's Schwert.
„Rechts um! Vorwärts!“ befahl der Graf mit verbiſſenem Grimme den Söldnern, und nach wenigen Augenblicken war er mit ſeinen Leuten im dichten Walde verſchwunden.
Mit freudigem Herzen hatte Fürſt Wolfgang die frohe Botſchaft des Melchior Wagnitz vernommen; aber ein bitterer Schmerz ſchnürte plötzlich krampfhaft ſein Herz zuſammen, als er ſeines treuen Begleiters Paul gedachte.
„O, mein Gott, laß dieſen Kelch an mir vorübergehen,“ murmelte er haſtig und ſtieg ſchnell die Treppe hinab, um ſich über das Schickſal des Mannes, den er ſo ſehr liebte, Ge⸗ wißheit zu verſchaffen. Heinrich folgte ihm und bei dem ſchwachen Schimmer des Morndlichtes, welches von oben her in den Thurm fiel, hatten ſie bald den lebloſen Körper Paul Kramers unter den übrigen Verwundeten aufgefunden. Der Fürſt raffte ihn auf, drückte ſein blutiges Haupt an ſeine Bruſt und trug ihn hinaus in's Freie. Hier legte er ihn ſanft auf den ſchwellenden Raſen nieder und knieete neben ihn hin, um ſeinen Zuſtand zu unterſuchen.
Der Mond ſchien hell und leuchtend auf Paul Kramers todtenblaſſes Antlitz, die ehrlichen Züge waren ſtarr, die Augen geſchloſſen, und aus einer ſpannenlangen Wunde rieſelte Blut über ſeine bleichen Wangen. Wolfgang achtete auf nichts und kuͤmmerte ſich um nichts, als um den lebloſen Freund. Er


