drängt. Paul Kramer warf einen troſtloſen, verzweifelten Blick zum Himmel empor.
„Herr, ſprach er halb athemlos, aber ununterbrochen wei⸗ ter fechtend, zu Wolfgang,„Herr wir ſind alle verloren, wenn Ihr jetzt nicht auf meine Stimme achtet. Die Treppe iſt ſchmal, und Einer reicht hin, ſie zu vertheidigen, während ſich die Anderen auf die Plattform zurückziehen. Der Augenblick iſt gekommen, wo ich meine Schuld büßen kann! Denkt an Mühlberg! Ich wanke nicht von der Stelle, ſo lange ich noch den Arm heben und mein Schwert führen kann. Ihr aber ſteigt auf den Thurm!“
Wolfgang ſchüttelte den Kopf.
„Ich fechte und ſterbe mit Euch!“ ſagte er feſt.
„So durchbohre ich mich ſelber vor Euren Augen!“ rief Paul Kramer.„Es iſt genug, daß Einer ſtirbt! Und dann, — es kann mir ja gelingen, fechtend die Wendeltreppe zu er⸗ klimmen, wenn Ihr oben ſeid. Zögert nicht, gnädigſter Herr! Denkt an Mühlberg! Denkt an meine Schubd. Denkt an den Junker Heinrich, der ganz nutzlos ſein junges Leben aushau⸗ chen muß!“
Die letzten Worte des tapferen Landmanns überwältigten den Fürſten.
„Wohlan, ſo ſicht und ſtirb, du treuer Mann,“ rief er mit brechender Stimme.„Aber ein Denkmal will ich dir aufrich⸗ ten, ſo groß und herrlich, wie deine That, von der man noch reden wird in den ſpäteſten Tagen, ſo lange die Treue nicht ein leerer Schall geworden iſt im deutſchen Lande. Fahre wohl, du Lieber und Treuer!“
„Gott ſegne Euch, Herr!“ rief Paul Kramer mit ſtarker Stimme.„Ich— mit Freuden für Euch!“
Mit der letzten gewaltſamen Anſtrengung aller Kräfte ſtürzte er gegen den Knäuel der Feinde vor, welche, erſtaunt


