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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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voran, ſtürmten jauchzend herein, ergriffen Paul, der bei dem heftigen Stoße niedergeſtürzt war, mit rohem Gelächter, und wollten dem verzweifelt Ringenden eben die Waffen entreißen, als Fürſt Wolfgang, die Treppe hinabfliegend, mit furchtbarem Ungeſtüm unter ſie ſtürzte, und in einem Augenblicke durch ein paar Schwertſchläge den bedrängten Freund befreite. Ein grimmiger Kampf entbrannte. Die Feinde lechzten nach Fürſt Wolfgangs Blute, und ihr Begier wurde durch Graf Ladro's lauten und drohenden Zuruf bis zur Wuth angefacht.

Bei der Dunkelheit, die in dem Thurme herrſchte, in wel⸗ chen nur von oben her durch die geöffnete Klappe in der Platt⸗ form ein ſchwacher Lichtſchimmer fiel, konnte man weder Freund noch Feind deutlich erkennen. Alles wogte wild durch einander. Die Schwerter durchpfiffen und durchſausten die Luft, und fielen klirrend und ſchmetternd auf Pickelhaube und Harniſch nieder. Fürſt Wolfgang kämpfte mit Anſtrengung aller Kräfte, ähnlich einem ergrimmten Bären, den man in ſeiner Höhle ein⸗ geſchloſſen hat. Treulich ſtanden Paul Kramer und Junker Heinrich ihm zur Seite, und mancher Kriegsknecht erlag ihren furchtbaren Hieben. In das Geklirr der Waffen, in den wilden Ruf Graf Ladro's, und in das Geſchrei der Kriegsknechte miſchte ſich bald das Stöhnen und Seufzen verwundeter und ſterbender Männer, und ſchauerlich hallte mancher Weheſchrei von den Wänden des alten Thurmes wieder.

Der Kampf, obwohl Fürſt Wolfgang und ſeine Getreuen alle Kräfte zu ſtandhaftem Widerſtand aufboten, war jedoch zu ungleich, um lange unentſchieden bleiben zu können, und Jeder der Ueberfallenen ſah das Troſtloſe ihrer Lage ein. Während von außen her Söldner auf Söldner durch die Thurmpforte drangen, ermatteten die Vertheidiger mehr und mehr, und wur⸗ den immer weiter gegen die Stufen der Wendeltreppe zurückge⸗

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