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gegen allen Ungeſtüm der Witterung verwahrt worden. An den Wänden hingen die Waffen, mit denen ſich Paul Kramer vor der Abreiſe in die einſame Wildniß verſehen hatte, und es fehlte da nicht an gewichtigen Schwertern und ſcharf geſchliffenen Dolchen. Selbſt ein paar lange Reiterpiſtolen, mit unförm⸗ lichen Radſchlöſſern verſehen, erblickte man unter den andern Waffen. Junker Heinrich hatte ſie aus Bernburg mitgebracht, wohin er beim Beginn des Winters vom Fürſten geſchickt wor⸗ den war, um in's Geheim den Bürgermeiſter Melchior Wagnitz ſeinen dermaligen Zufluchtsort wiſſen zu laſſen.
„Nehmt ſie mit Euch,“ hatte der tapfere Melchior geſagt, als er dem Junker die Piſtolen übergab.„Ladro's Spürhunde ſind ohne Raſt auf den Beinen, und wenn unſeres gnädigſten Herrn Schlupfwinkel entdeckt werden ſollte, können die Waffen Euch vielleicht gute Dienſte leiſten. Im Uebrigen, Junker, ſagt unſerem theuren Verbannten, der Melchior ſchlafe nicht, und man werde bald von ihm hören.“.
Dieſe Worte des Bürgermeiſters hatten freudige Hoffnun⸗ gen in dem Herzen Wolfgangs erweckt, da er ſie auf eine nahe bevorſtehende Geſandtſchaft der Bürger an den Kaiſer deutete. An dieſer Hoffnung hielt er feſt und ließ ſie nicht ſinken, ob⸗ gleich viele, viele Tage vergingen, ohne daß er fernere Kunde von ſeinen Unterthanen empfing.
Endlich ſchaute der liebe Monat Mai mit ſeinem grünen Blätterſchmucke und ſeinen lieblichen Blüthenkränzen wieder über die Bergkuppen hinüber, und wie draußen Alles friſch grünte und ſproßte, ſo grünte und ſproßte auch in den Herzen der Verbannten mit neuer Kraft die freundliche Saat hoff⸗ nungsfreudiger Gefühle empor. Nun mußte ja ihr Schickſal bald entſchieden werden. Die Geſandten an den Kaiſer mußten nach den Berechnungen Wolfgangs bereits nach Bernburg zu⸗ rückgekehrt ſein, und der Fürſt zweifelte kaum daran, daß ſie


