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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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len, die in blendender Schönheit darüber ausgegoſſen waren. Die Droſſel ſchlug in den Zweigen, und hoch oben in freier Luft ſchwebten in weiten Kreiſen Milan und Falk. Weiterhin öſtlich blitzten die Zinnen der Burg Falkenſtein, und jenſeits der alten Veſte da breitete ſich unüberſehbar die Ebene aus, und ach! am Horizonte erſchienen, wenn auch unklar und halb in Nebel gehüllt, dennoch dem ſpähenden Auge erkennbar, die Thürme der Stadt und des Schloſſes von Bernburg. Auf ihnen haftete lange Fürſt Wolfgangs Blick, bis endlich heiß und brennend eine Thräne ſeine Wimpern befeuchtete und die Sehkraft ſeines glänzenden blauen Auges verdunkelte.

Oh, mein ſchönes, ſchönes Land, rief er ſchmerzlich be⸗ wegt, indem er ſeine Arme ausbreitete und ſich vorn über⸗ beugte, als wollte er ſein Theuerſtes an die Bruſt drücken; o, mein ſchönes Land! O, du meine gute, getreue Stadt! Sehnſuchtsvoll ſtrecke ich meine Arme nach dir aus, mein Auge erreicht dich, ein raſches Pferd würde mich in wenigen Stun⸗ den in deine Mauern, unter mein geliebtes Volk tragen, und hier muß ich ſtehen, verjagt aus dem Paradieſe, dem ich nicht nahen, das mein Fuß nicht betreten darf. O, bitter, bitter iſt dieſe Stunde, und mein Herz würde aufhören zu ſchlagen vor Jammer und Wehmuth, wenn du, mein großer Gott, nicht der Stab wäreſt, auf den ich mich ſtütze, der meine wankende Kraft aufrecht erhält. Dies blühende Land war mein, mein waren ein dieſe Berge, dieſe Thäler, dieſe Fluren, die mir nun, vielleicht auf ewig, verloren ſind!

Der Fürſt bedeckte ſein Antlitz mit den Händen und ath⸗ mete ſchwer. Er rang gewaltig mit dem Schmerz, und ſeine hohe Geſtalt zitterte und bebte in dem mächtigen Seelenkampfe. Junker Heinrich ergriff ſchüchtern ſeine Hand, und während Paul Kramer düſter zur Seite ſtand und zur Erde niederſtarrte, ſagte er weich: