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Stammes,“ fagte der Fürſt kopfſchüttelnd.„Hilf, du heilige Dreifaltigkeit, ob das wohl meinen hohen Vorfahren geahnet hat? Es iſt doch traurig, zu ſehen, wie im Sturme der Zei⸗ ten alles Hohe und Schöne und Prächtige dahinſinkt, und wie ſo gar nichts übrig bleibt, als nur Trümmer und Verwüſtung.“
„Aber aus den Trümmern erblüht neues, vielleicht ſchöneres Leben, mein gnädigſter Fürſt und Herr!“ ſagte Junker Hein⸗ rich ſchüchtern.
„Ja, wenn es Gottes Wille iſt, der freilich Alles wunder⸗ bar leitet mit übermenſchlicher Weisheit!“ erwiderte der Fürſt. „Aber laßt uns die Zinnen des Thurmes beſteigen und ſehen, wie weit unſere Blicke ſchweifen können. Nach Oſten zu öffnet ſich das flache Land;— vielleicht, ach! ſehen wir die Thürme und das Schloß unſerer treuen Stadt Bernburg!“
Eine halb verfallene Wendeltreppe, welche ſich im Innern des Thurmes an der Mauer emporwand, nicht ohne Gefahr in die Höhe klimmend, und eine eiſerne Fallthüre aufſtoßend, die in der Decke des Thurmes eingefügt und noch ziemlich wohl er⸗ halten war, gelangten die Männer auf die Plattform des Thur⸗ mes, wo ſich ihnen ein entzückender Blick in die Weite eröff⸗ nete. Wolfgang trat vor bis dicht an die Brüſtung, und ſchaute mit trunkenem Auge rings umher.
Der Himmel hatte ſich aufgehellt und in klarem Glanze leuchtete die Sonne auf die Erde nieder. Tief unten lag in wonniger Schönheit das liebliche Thal, die Selke wand ſich, gleich einem ſchmalen, ſilbernen Gürtel, zwiſchen den dunkel⸗ grünen Wieſen hin, und ihre Wellen blitzten, wo die Sonne ihre grünende Fläche beſchien. Die Wälder auf den Hügeln und Bergen umher prangten, ſo weit das Auge reichte, in dem wundervollen Schmucke der herbſtlichen Färbung und überaus herrlich funkelte die Pracht des gelben, rothen und goldig⸗ braunen Geblätters in dem Lichtmeere der hellen Sonnenſtrah⸗


