feſt und ſtattlich ein mächtiger Thurm in die Höhe, den weder die Gewalt des Feindes, noch die Macht des Feuers, welches einſtens hier wüthete, hatte zerſtören können. Die Thür, welche den Eingang früher verſchloß, war freilich verſchwunden, und von den Fenſtern waren nur die leeren Oeffnungen noch übrig; aber das Innere des Thurmes zeigte ſich gut und trocken, und konnte mit geringer Mühe wieder wohnlich gemacht werden. Ein Fuchs, welcher ſein Lager darin aufgeſchlagen hatte, wurde verjagt und Paul Kramer ging ſchnell an's Werk, für den ge⸗ liebten Fürſten ein weiches Ruhelager zu bereiten. Die Oeff⸗ nungen im Thurme waren bald verſtopft; der Eingang wurde mit einer Decke verhangen und auf den Boden ward ein Hau⸗ fen trockenes Laub geſchüttet, das der flinke und umſichtige Paul in dem gewölbten Eingange eines halb verfallenen Kel⸗ lers aufgefunden hatte. Auf dieſem einfachen, aber weichen Lager ſtreckte der Fürſt die müden Glieder aus, und Heinrich folgte ſeinem Beiſpiele, während Paul noch ein helles Feuer anzündete, um die durchnäßten Kleider und mancherlei Sachen, beſonders Waffen, die er in einem großen Bündel mitgebracht hatte, zu trocknen. Erſt als er auch dies Geſchäft noch mit Sorgfalt verrichtet hatte, warf er ſich ebenfalls auf das Lager nieder, und überließ ſich einem erquickenden Schlummer.—
Die Sonne war ſchon hoch geſtiegen und die Mittagsſtunde bereits vorüber, als die Schlafenden durch ein tiefes Gebrumme aus ihrer Ruhe emporgeſchreckt wurden. Sie ſprangen auf und ſahen zu ihrem Erſtaunen den Kopf eines Bären, welcher die Decke vor dem Eingange auf die Seite geſchoben hatte, und eben im Begriffe war, den Schlummernden einen Beſuch ab⸗ zuſtatten. Als die Männer ſich aufrichteten, wich er erſchreckt zurück und verlor ſich bald in dem Dickicht des umliegenden Waldes.
„Fuchs und Bär hauſen alſo jetzt in der Wiege meines


