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„Ja, mein Knabe,“ erwiderte Fürſt Wolfgang.„Es iſt wohl ein öder und trauriger Aufenthalt, aber er wird auch alle Nachforſchungen unſerer Feinde zu Schanden machen. Hier, unter Bären und Wölfen, wird man den Fürſten nicht ſuchen, den ein ſchweres Geſchick aus ſeinen Schlöſſern verjagte. Ein⸗ ſam und verlaſſen, wie ich bin, wird man mir ja hier wenig⸗ ſtens eine ruhige Stätte vergönnen!“
„Oh, ſagt nicht, daß Ihr einſam und verlaſſen ſeid, mein theurer Herr,“ ſprach Paul Kramer mit Innigkeit, indem er des Fürſten Hand ergriff, und warm an ſeine Bruſt drückte. „Hier ſchlägt ein treues Herz für Euch, wenn auch nur das Herz eines armen, niedrigen Landmanns?“
„Und vergeßt Ihr denn mich, Euren Knappen?“ fragte Junker Heinrich bewegt.„Ich wollte ja mit Freuden mein Leben für Euch dahin werfen, wenn es Euch nützen könnte, gnädiger, lieber Herr!“
„Ja, wahrlich, wir haben unbeſonnen geſprochen,“ ſagte der Fürſt, indem ſein bisher düſteres Antlitz ſich aufheiterte. „Es wäre Sünde, wenn wir klagen wollten, ſo lange noch zwei ſo treue Herzen zu uns halten. Ja, noch ſind wir nicht ganz verlaſſen, und Gott wird verhüten, daß ein ſo ſchweres und bitteres Leiden uns jemals betreffen wird. Mein Herz war zaghaft und ſchlug beklommen; Ihr aber habt die Sorgen und den Kummer aus meiner Seele verſcheucht. Habt Dank dafür.“
Raſch ſich abwendend, um ſeine Rührung zu verbergen, klimmte Fürſt Wolfgang den ſteilen Berg aufwärts, und ſeine Begleiter folgten ihm nach. Bald war der Göpfel erreicht, und da mittlerweile der Tag vollends die Schatten der Nacht beſiegt hatte, konnten die Wanderer mit freiem Blicke die Trümmer der ehemals feſten und großen Burg überſchauen. Die Ringmauern lagen nieder, die Gebäude waren zerſtört, die Gräben mit Stei⸗ nen und zerbröckelndem Schutt ausgefüllt. Aber noch ragte


