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„und wenn es mein Leben koſtet, Ihr ſollt mit mir zufrieden ſein. Nicht bei Tage, nicht bei Nacht will ich mir Ruhe gön⸗ nen, um Euren Befehlen Genüge zu thun.“
„Gut, gut, Heinrich!“ ſprach der Fürſt, über den Feuer⸗ eifer des Jünglings lächelnd.„Weißt du, wo man in dieſem Augenblicke den Standort der feindlichen Truppen vermuthet?“
„Ja, gnädigſter Herr, in Böhmen, bei Eger. Jeder Sol⸗ dat im Heere behauptet es.“
„Und mit Recht, wenn der Kaiſer mittlerweile nicht vor⸗ wärts gerückt iſt. Aber jetzt geh' und lege dich zur Ruhe, da⸗ mit du morgen früh mit hellen Augen und friſchen Kräften dein Werk beginnen kannſt.“
„Gnädigſter Herr, mit Eurer Erlaubniß werde ich gleich jetzt meinen Rappen ſatteln und aufſitzen. Ich verſpüre nicht die geringſte Müdigkeit.“
„Nein, nein, mein Knabe, ſo nahe iſt uns die Gefahr eines Ueberfalles noch nicht. Geh' hin, und ſchlafe in Frieden. Reiche mir deine Hand!—— Nicht doch! Nicht doch! So iſt es nicht gemeint! Du mußt nur vor Gott dem Herrn, aber nicht vor ſterblichen Menſchen knieen. Steh' auf, mein Kind!“
Stürmiſch preßte der Jüngling die Hand ſeines gütigen Herrn, vor dem er ſich, um den Saum ſeines Gewandes zu küſſen, im Drange ſeiner ſtürmiſchen Gefühle auf die Kniee ge⸗ worfen hatte, an Bruſt und Lippen, und ſchwur ihm mit ſtam⸗ melnder Zunge von Neuem, für ihn zu leben und zu ſterben. Dann verneigte er ſich tief vor dem Gebieter, der ihm mit vä⸗ terlicher Freundlichkeit eine wohlſchlafende Nacht wünſchte, und eilte davon, um auf ſeinem Lager einer kurzen Ruhe zu genießen. Fürſt Wolfgang ſchaute ihm mit freundlichem Blicke nach und nickte zufrieden, als ob er ſagen wollte:„Du biſt ein edles und kräftiges Reis, und der Himmel gebe dir fröhliches Ge⸗
Fürſt Wolfgang. 2


