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„Wie das Haupt, ſo die Glieder,“ murmelte Fürſt Wolf⸗ gang vor ſich hin, aber ſo leiſe, daß der Page ſeine Worte nicht verſtehen konnte.„Nun,“ wendete er ſich wieder an dieſen,„du haſt wohl den Herren tüchtig deine Meinung über ihre Unachtſamkeit geſagt, Heinrich? Gelt?“
„O nein, mein gnüdigſter Herr, antwortete der Page be⸗ ſcheiden.„Freilich hätte ich beinahe meinem Unmuthe Worte gegeben, als ich die Unordnung ſo handgreiflich gewahr ward, aber es ſiel mir noch zur rechten Zeit ein, daß ich Euer Gnaden wohl kaum einen Dienſt leiſten dürfte, wenn ich gleich am Tage unſerer Ankunft mit den churfürſtlichen Offizieren in Händel verwickelt würde. Ich ſagte nur, mein gnädigſter Fürſt liebe die ſtrengſte Pünktlichkeit in ſeinem Lager, und deßhalb wären auch hier, wie ſonſt überall, die nöthigen Vorſichtsmaßregeln getroffen: das war Alles.“
„Und ich lobe dich um deiner Mäßigung willen,“ ſprach Fürſt Wolfgang mit einem beifälligen Lächeln, welches dem wackern Knaben die helle Gluth der Freude in das friſche Ant⸗ litz trieb.„Da ich nun ſehe, daß ich dir ohne Sorge ein wichtiges Geſchäft anvertrauen kann,“ fuhr der Fürſt gütig fort,„ſo will ich dir Gelegenheit geben, deinen Scharfſinn und deine Wachſamkeit zu beweiſen, und mir, wie dem ganzen ver⸗ ſammelten Heere, einen guten Reiterdienſt zu leiſten. Wiſſe,
meine Knabe, es liegt mir viel daran, bei guter Zeit Nachricht
zu erhalten, wenn das kaiſerliche Heer gegen uns heranrückt. Da gilt es nun, ſich fleißig auf Kundſchaft zu legen, und weder Roß noch Reiter zu ſchonen, um die Gegend rings umher auf meilenweite Entfernung zu durchforſchen. Dir wollte ich das wichtige Geſchäft anvertrauen, weil ich dich als einen muthigen und klugen Jüngling kenne, und ich frage dich daher, ob du
ddir wohl Kraft zutrauſt, es gewiſſenhaft auszuführen?“ 1
„Gnädigſter Herr!“ rief der junge Edelmann freudig—


