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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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merke auf meine Worte. Du wirſt doch von dem hurtigen langen Ritte nicht zu ſehr ermüdet ſein?

Nicht im Geringſten, gnädigſter Herr, wenn es Eurem Dienſte gilt, antwortete raſch der feurige Jüngling, indem er dem Fürſten näher trat, aber aus Ehrerbietung nicht wagte, ſich in ſeiner Gegenwart niederzulaſſen.

Wolfgang betrachtete mit freundlichem Blicke das friſche, roſige Antlitz des Jünglings, ſeine ſchlanke und doch kräftige Geſtalt, und das große, glänzende Auge, das feurig unter den langen, ſchwarzen Wimpern hervorblitzte.

Sage, mein Sohn, haſt du dich im Lager des Churfür⸗ ſten ſchon ein wenig umgeſchaut? fragte er nach einer kurzen Pauſe.

Ja, gnädigſter Herr, erwiderte der Page.Ich habe ſogar bereits die Bekanntſchaft mehrerer Offiziere gemacht. Sie ſcheinen recht tüchtige und brave Soldaten, aber... Der Jüngling brach ſchnell ab, als ob er fürchte, ſchon zu viel ge⸗ ſagt zu haben.

Nun aber? fragte Fürſt Wolfgang.Sprich frei her⸗ aus, mein Sohn, denn ich wünſche eben zu wiſſen, welche Stimmung im churfürſtlichen Lager herrſcht.

Nun, gnädigſter Herr, wenn ich frei und offen reden darf, ſo muß ich ſagen, daß die Herren Offiziere wenig auf Ordnung zu halten ſcheinen, ſprach der junge Page.Es tummelt ſich Jedermann im Lager umher, wie er eben Luſt hat, und nir⸗ gends iſt ein Wachtpoſten ausgeſtellt, nirgends bemerkt man eine Spur von ſtrenger Kriegszucht. Die Offiziere ſprachen ſogar ihre Verwunderung darüber aus, daß wir ſo ſehr auf unſere Sicherheit bedacht wären, und gleich nach unſerer An⸗ kunft regelmäßige Wachen poſtirt hätten. Es ſehe gerade aus, meinten ſie, als ob uns der Feind, der noch ſo weit ent fernt ſei, bereits auf dem Nacken ſäße.